Rund 250 Gäste füllten am vergangenen Donnerstag den Saal im Landratsamt zum traditionellen Kabarettabend anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März. Gleichstellungsstelle des Landkreises hatte die Kabarettistin Franziska Wanninger mit ihrem Programm „Wenn du wen brauchst, ruf mich nicht an“ eingeladen. Zu Beginn der Veranstaltung habe ich in Stellvertretung von Willibald Gailler die Gäste begrüßt bevor die Gleichstellungsbeauftragte Julia Nefzger-Lang in den Abend eingeführt hat.
Frankziska Wanninger wechselte im Verlauf des abwechslungsreichen Abends mehrfach zwischen Erzählungen und Gesang. Das Programm umfasste mehrere Lieder, und bei einigen animierte sie das Publikum spontan zum Mitsingen, was zu heiteren Momenten im Saal führte.
Seit 1975 findet am 8. März der Frauentag der Vereinten Nationen statt. Der Tag erinnert daran, dass Frauen weltweit für Gleichberechtigung gekämpft haben und oft noch kämpfen.
In diesem Zusammenhang ist mir vor allem ein Thema wichtig, die Sicherheit der Frauen: Die Opferzahlen bei häuslicher Gewalt sind zurzeit auf neuem Höchststand. Im Jahr 2024 wurden 265.942 Menschen Opfer häuslicher Gewalt. Über 70 % der Betroffenen sind Frauen. Das sind jedoch nur die angezeigten Fälle. Die Dunkelziffer liegt weit höher. Nur rund 5% der Taten werden überhaupt zur Anzeige gebracht. Häusliche Gewalt ist kein privates Problem, sie ist ein gesellschaftliches Versagen, und sie geht uns alle an.
Als Koalition sind wir in dem Bereich aktiv geworden und wollen das Problem angehen. Ein Beispiel ist die Änderung des Gewaltschutzgesetzes, die wir gerade im Bundestag beraten. Damit schaffen wir eine Rechtsgrundlage für die Anordnung der elektronischen Fußfessel in Hochrisikofällen für Gewalttäter. Familiengerichte sollen die Fußfessel, die sich in Spanien bereits erfolgreich im Einsatz befindet, anordnen können, um Abstands- und Kontaktverbote wirksam durchzusetzen. So werden Annäherungen früh erkannt und die Polizei kann umgehend reagieren.
Des Weiteren plant die Koalition, Internetanbieter zu verpflichten IP-Adressen von Smartphones und Computern für drei Monate zu speichern. Ermittler sollen digitale Spuren auch später noch verfolgen können, um Täter zu identifizieren, die schwerste Verbrechen begehen. Oft liegen nach Straftaten, die im Kontext von häuslicher Gewalt stehen (z. B. digitale Überwachung, Cyberstalking), IP-Adressen vor, deren Zuordnung zur Person ohne Speicherung durch die Provider nicht möglich ist.
Daneben habe ich in meinem Grußwort auf den Einfluss von Frauen aufmerksam gemacht. Wir sind 50% der Bevölkerung und können Dinge bewegen, wenn wir uns solidarisieren. Das gilt für alle Lebensbereiche, vor allem auch die Politik. Wir können uns beschweren, dass zu wenige Frauen in Führungspositionen sind, oder wir können etwas ändern. Wir können einen Unterschied machen, indem wir die Frauen unterstützen, die bestens qualifiziert sind und sich für Führungsaufgaben in der Politik bewerben. Am 22. März haben Sie bei der Stichwahl die Gelegenheit.




