Wer wird sich um deutsche Kriegsgräber kümmern?

von hierl

23. Juni 2023

Wer einmal die würdevoll gepflegten deutschen Gräberfelder in der Normandie oder auf den Schlachtfeldern des 1. Weltkrieges gesehen hat, weiß, welch enormen Beitrag der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge für Versöhnung und Frieden in Europa leistet. Doch die Zukunft der Gräberpflege ist ungewiss.

Im ersten und zweiten Weltkrieg sind zusammen über sieben Millionen deutsche Soldaten gefallen. In rund 830 Grabfeldern, die in ganz Europa zu finden sind und in 12.000 heimischen Gedenkstätten wird ihnen gedacht. Wer einmal eines dieser endlosen Gräberfelder gesehen hat, vergisst den Anblick nicht mehr. Die Pflege der Kriegsgräberstätten übernimmt der Verein Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.

Auf einem parlamentarischen Abend, der über die Situation des Volksbundes informierte, betonte der Bundespräsident a.D., Horst Köhler, die Bedeutung der Kriegsgräberfürsorge als Ausgangspunkt des Gedenkens für alle Opfer der Kriege, nicht nur der gefallenen Soldaten. In einer Demokratie sei die Auseinandersetzung mit dem unermesslichen Leid der Kriege von zentraler Bedeutung.

Die Arbeit des Volksbundes wird zum großen Teil durch Spenden finanziert, er erhält aber auch staatliche Zuwendungen. Mit dem Schwinden der letzten Angehörigen der Kriegsgeneration nehmen die Spenden an den Volksbund zunehmend ab. Es ist jetzt an der Zeit, darüber zu beraten, wie die Kriegsgräberpflege in den nächsten Jahrzehnten aufgestellt wird.


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