Medikamentenknappheit: Bayerischer Pharmagipfel

von hierl

21. April 2023

Die Lage ist ernst. Immer mehr Medikamente werden knapp. Da von Minister Lauterbach keine Hilfe zu erwarten ist, hat unser Bayerischer Gesundheitsminister Klaus Holetschek einen eigenen Pharmagipfel einberufen. Klar ist: Auch bei Medikamenten brauchen wir Maßnahmen zur Inflationsbekämpfung.

Der Mangel breitet sich aus. Nicht mehr nur Fiebersäfte, sondern auch Krebsmedikamente, und wichtige Antibiotika werden zunehmend knapp. Zu diesem Thema erreichen mich in letzter Zeit teils dramatische Schilderungen aus dem Wahlkreis. Aber Bundesgesundheitsminister Lauterbach legt seine Priorität eher auf die Cannabis-Legalisierung. Zufriedenstellende Lösungsvorschläge sind von seiner Seite bisher nicht auf den Tisch gelegt worden. Im Gegenteil: Im letzten Jahr hat er mit Erlass des GKV-Finanzstabilisierungsgesetzes (GKV-FinStG) weitere Einsparungen und Abschläge für die pharmazeutischen Unternehmen beschlossen. Diese Maßnahmen hat die Produktion von Medikamenten in Deutschland weiter verteuert und für weitere Abhängigkeit vom Weltmarkt gesorgt.

Inflationsausgleich für Medikamenten-Hersteller

Die Meinung unseres Ministers Klaus Holetschek ist klar: „Die Bundesregierung muss sich den immensen Herausforderungen stellen und rasch gegen die zum Teil dramatischen Arzneimittel-Lieferengpässe vorgehen! Um die Arzneimittelversorgung zu gewährleisten, brauchen wir Forschung und Entwicklung genauso wie Produktion in Deutschland und Europa.“

Dafür müsse die Attraktivität des Pharmastandortes Deutschland gestärkt werden. Der Minister fordert deswegen, dass die Preisspirale für innovative Arzneimittel nicht weiter nach unten gehen dürfe. So müsse der erhöhte Herstellerrabatt fristgerecht zum Jahresende auslaufen und nicht weiter verlängert werden. Unabdingbar sei auch ein zeitnaher Inflationsausgleich.

Um Deutschland und damit auch Bayern als Pharma- und Forschungsstandort zu stärken und die Arzneimittelversorgung in unserem Land auf sichere Beine zu stellen, müsse jetzt gehandelt werden. Dazu sollten auch die überbordenden datenschutzrechtlichen Vorgaben im Bereich der Klinischen Forschung auf den Prüfstand gestellt werden.


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